Maya: Die folgenden Monate glichen dann einer Achterbahnfahrt: Ich hatte nicht bedacht, dass viele Männer in dem von mir bevorzugten Alter zwar Abenteuer in ihrem Leben haben wollen - aber bitte nicht zu viel davon. Meine Theorie von der größeren emotionalen Belastbarkeit zerfiel zu Staub. Neben einigen interessanten Herren, an die zumindest der Briefwechsel oder der Abend der Begegnung nicht verschwendet war, meldete sich auch eine Reihe sehr merkwürdiger Typen: Einer fragte im ersten Telefonat nach Kleidergröße und Brustumfang. Der zweite sagte nach wochenlangem blendenden Mailkontakt das erste, seit langem vereinbarte Treffen ab, da ihm mein Foto auf einmal nicht mehr gefiel ('Ich weiß, dass ich mich in eine Frau wie dich eh nie verlieben werde'), obwohl ich es auf Anforderung gleich in der zweiten Mail geschickt hatte. Ein dritter jagte mich für ein Date durch halb London, erzählte ohne Punkt und Komma von seiner Ex und löschte mich nachher kommentarlos. Ein vierter lud mich ohne Ansicht meiner Person ein, mit ihm innerhalb von zwei Wochen nach Südamerika auszuwandern. Ein fünfter schwor mir nach wenigen Wochen Romanze die große Liebe, zeigte mir sogar einen Friedhof (!), auf dem er mit mir zusammen begraben sein wolle - um ein paar Tage später unterzutauchen und mir einen Monat darauf eine bedauernde Mailabsage zu schicken, er habe leider viel zu viel zu tun im Moment, als dass er sich auf eine Beziehung mit mir einlassen könne. Ein sechster öffnete die Tür beim zweiten Date in Unterhosen ... Die Liste ließe sich fortsetzen. Schon aus Berufsgründen (alles Geschichten!) setzte ich mich diesen emotionalen Kneippbädern mit Freude aus. Nach einer Weile wurde es aber doch sehr anstrengend, mit Männern zu kommunizieren, die meinen, sie können Felsbrocken abbeißen, und sich dann an einem Brötchen verschlucken. Zumal ich zu diesem Zeitpunkt im Herzen schon einem ziemlich gerupften Huhn glich. Außerdem verging kein Date oder Mailkontakt, in dem der Kandidat nicht ein 'leider noch unveröffentlichtes' Drehbuch resp. Romanentwurf zur Begutachtung hervorzog oder mir seine (in der Regel unvollkommenen) Gedichte vortrug - der Geschäftsmann, das unverstandene Wesen. So verging meine erste Abo-Runde. Und ich war reif für die Insel. Da ich jedoch noch nie Sachen mittendrin habe liegen lassen, brauchte ich nur noch den Zuspruch einer Freundin, um mein Abo zu verlängern. Sie prophezeite, 'unterm Weihnachtsbaum sitzt du mit dem Richtigen'. Ich habe ihr vor kurzem vorgeschlagen, sich mit ihren hellseherischen Fähigkeiten eine Marktlücke zu erschließen. Denn bei mir landete sie einen Volltreffer. Bevor ich mein Abo wieder freischaltete, überarbeitete ich mein 'Ich über mich' noch einmal gründlich. Nebulöse oder misszuverstehende Aussagen wie zum Beispiel mein Statement, gerne die Farbe Rot zu tragen (bei manchen Männern scheinbar ein Codewort) oder die Auflistung von Lieblingsbüchern (die dann doch niemand kennt) wurden radikal gestrichen. Stattdessen schrieb ich nun ganz konkret, was für eine 'Art Mann' ich suche und was mir wirklich wichtig ist (wozu zum Beispiel gehörte, dass ich in erster Linie einen Mann für mich und keinen Ersatzpapa für meinen Sohn suche). Zur Sicherheit ließ ich das Ganze von einem männlichen Vertrauten auf 'Verständlichkeit' gegenlesen: Man glaubt gar nicht, was Männer in einen Satz alles hineinlesen. Oder überlesen. Kurz und gut: Ich erweiterte meinen örtlichen Radius, senkte die Altersgrenze, nahm auch Berufsgruppen in die engere Wahl, die mich vorher nicht interessiert hatten, gab 'normaler' klingenden Selbstaussagen sowie niedrigeren Matching-Punkten eine Chance und markierte mir etwa 20 halbwegs interessant klingende Profile, die ich nach und nach anmailte. Einen Punkt im 'Ich über mich' des letzten Kandidaten fand ich recht witzig, denn er schrieb unter 'Drei Dinge, die mir wichtig sind': Humor, Vertrauen, Intelligenz, meine Zugehfrau und die Fähigkeit, bis drei zu zählen. Allerdings hatte ich an dem Tag bereits zehn Mails losgeschickt, außerdem hatten wir 'nur' 67 Punkte, so dass ich ihm kurzerhand mit einem Kontaktgesuch ganz ohne angefügte Nachricht mein Interesse bekundete. (Auch ein Dichter hat mal Feierabend.) Nach einer halben Stunde kam die erboste Antwort: Das könne eine Autorin doch wohl besser. Solcherart herausgefordert, schickte ich ihm eine humorige 'Arbeitsprobe', nur um drei Minuten später zu lesen: 'Versteh kein Wort.' Und außerdem 'sehe ich wenig Sinn darin, den Kontakt aufzubauen, da du ja nicht aus Berlin bist.' Peng. Ich war kurz davor, zu explodieren (Berliner!!!) und ließ die Maus auf dem Lösch-Knopf kreisen. Wie gut, dass ich auf meinen Bauch gehört habe! Und ihm eine wutschnaubende Mail zurückschrieb, ob alles außerhalb Berlins auf dem Mond läge, und überhaupt, warum schreibe er mir denn, wenn er 'wenig Sinn' darin sieht ... Des Rätsels Lösung: Der Berliner war Mathematiker. Und 'wenig' ist für einen Mathematiker eben 'ungleich null', also durchaus mit einer gewissen Prozentzahl Sinn behaftet ... So begann unsere filmreife Liebesgeschichte! Es folgten seitenlange Mails im Stundentakt - wenn man bedenkt, dass der Mathematiker seinen Computer im Adlersuchsystem beackerte und das geschriebene Wort ansonsten nicht eben als seine liebste Freizeitunternehmung sieht, weiß man erst richtig zu schätzen, welche Leistung er damit vollbrachte. Für mich war es sehr interessant, mit dem 'Primzahlpiraten' (wie ich ihn aufgrund eines Geplänkels in einer der ersten Mails getauft hatte) zu kommunizieren. Der einzige in meinem Postkasten war er bis dahin jedoch (noch) nicht. Dass er mir mehr bedeuteten könnte, ahnte ich zum ersten Mal, als er mir von einem anstehenden Parship-Date berichtete ... (Das zum Glück langweilig war, wie er später rapportierte.) Da war ich schon ein bisschen eifersüchtig. Und beschloss, Nägel mit Köpfen zu machen und mir den Mann einmal anzusehen. Das Treffen war schnell vereinbart. Leider musste ich just in dieser Woche beruflich nach London, so dass Warten angesagt war. Am Montag ging es mir dann plötzlich schlecht, am Dienstag wurde es so schlimm, dass ich nicht vom Sofa aufstehen konnte. Statt nach London zu fliegen, fand ich mich in der Notaufnahme wieder - die Galle rebellierte. Jedenfalls schickte ich dem Primzahlpiraten eine SMS, um das Treffen abzusagen. (Die Mobilnummern hatten wir ausgetauscht, um uns am Treffpunkt besser zu finden. Telefoniert hatten wir aber noch nicht miteinander, weil ich mich von der Stimme überraschen lassen wollte.) Die Antwort kam prompt: 'Ich besuche dich.' Da ich zu diesem Zeitpunkt völlig geschwächt am Tropf hing und mir so ziemlich alles egal war, stimmte ich zu. Um darüber nachzudenken, dass ich gelb wie eine Butterblume in einem städtischen Krankenhausbett nicht gerade den vorteilhaftesten Anblick bot, fehlte mir schlicht die Kraft. Also ging ein paar Tage später die Tür auf und da stand er, eingerahmt von einem Rudel Krankenschwestern, die fragten 'Kennen Sie diesen Herrn?' Im Eifer des Gefechts hatten wir nämlich vergessen, uns unsere Namen zu nennen. Er hatte einfach das Krankenhaus abgesucht nach einer Frau meines Jahrgangs mit Gallenproblemen ... In diesem Augenblick wusste ich (ohne es zu realisieren natürlich): Das ist der Richtige! Der unerschrockene Pirat, mit dem ich mein Leben teilen werde! Und er sah UMWERFEND aus. Mein absoluter Traummann. (Ein Foto hatten wir zum Glück nicht ausgetauscht. Das Foto, das er mir später als sein Standardfoto zeigte, hätte mich bestimmt in die Flucht geschlagen: Darauf hatte er den Charme einer Büroklammer ...) Ich dagegen war weit entfernt von umwerfend, und wenn, dann nicht gerade in positiver Hinsicht: Nicht nur schwach und gelb und am Tropf, sondern auch noch in einem Zimmer mit zwei älteren Damen, die sich angeregt über ihre Verdauungsprobleme unterhielten. Mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit setzte sich der Kandidat jedoch über all das hinweg und hievte den gusseisernen Tropf über die Schwelle, so dass wir auf dem Balkon sitzen konnten. (Das ging im Laufe des Nachmittags noch ein paar Mal hin und her, denn leider musste ich für meine Behandlung sehr viel trinken und also schoben wir das Monsterteil zu zweit über den Flur Richtung Örtlichkeit ...) Wenn ich mir solch eine Story für ein Drehbuch ausdenken würde, der Produzent hätte nicht mehr als einen freundlichen Vogel für mich übrig. Das Leben ist manchmal der bessere Film ... Bis aus uns dann wirklich ein Paar wurde, sollten noch einige Wochen ins Land gehen. Doch auch diese irritierende Zeit der Ungewissheit weiß ich im Nachhinein zu schätzen: Hat es mich doch auch selbst überrascht, nun auf einmal fündig geworden zu sein und die Suche aufgeben zu können. Das ist in jedem Falle ein Schnitt, ein Schnitt, der leider von einigen Männern, die ich getroffen habe, so nicht vollzogen wurde. Einer der wenigen Nachteile des Online-Datings: Man kommt leicht in die 'Supermarkt-Falle'. Gibt es irgendwo noch ein besseres, günstigeres, bequemeres, hübscheres, leichter verdauliches Angebot? Und werde ich das, was ich mir nach langem Suchen ausgewählt habe, auch morgen noch mögen? Auf einer Reise nach Erfurt und Weimar, zu der ich ihn eingeladen hatte, fanden wir dann endlich zusammen - vor Goethes Gartenhaus. Wobei uns ziemlich schnell klar war, entweder ganz oder gar nicht. (Der erste Mann, den ich jemals heiraten wollte!) Und so überraschte es höchstens unsere Umwelt, dass wir aus dem gemeinsamen Mexiko-Urlaub als Verlobte zurückkehrten ... Das Datum fürs Standesamt war schnell gefunden: Der 6. 7. sollte es sein, wegen unserer 67 Matching-Punkte! Am 21. August (meinem Geburtstag) haben wir kirchlich geheiratet - ein rauschendes Fest der Liebe mit all unseren Freunden, Verwandten und Kollegen. Auf dem wir viele neue Parship-Interessenten gewonnen haben! Denn wir sind der lebende Beweis, dass man manchmal dem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen muss. Ein Liebesfilm schreibt sich auch im wirklichen Leben nicht von allein ..." Maya (35), Autorin Ulrich: Nach einigen Zwischenspielen per Mail und auch ersten Treffen (wobei es aber stets bei einem blieb) kam dann das Kontaktgesuch von Maya. Und da stand nix drin! Das hat mich doch ziemlich aufgeregt, gerade sie als Autorin sollte doch schon ein paar Anmachtexte aus der Tasche ziehen können. Da ich mich das Profil schon gereizt hatte, entschied ich trotzdem gleich zu antworten. Dies war der Auftakt zu einer von beiden Seiten sehr engagiert geführten Kommunikation, wobei die Mails zum Teil im Minutentakt rein- und rausgingen. Beim Verbinden zu Parship war man dann immer gespannt, ob der andere schon geantwortet hat, und wurde in der Regel nicht enttäuscht. Grün, alles war grün, als ich Maya beim ersten Date sah. Grün war der Pulli und noch grüner war ihr Gesicht, als ich das Krankenzimmer betrat. Maya war krank und lag im Krankenhaus, konnte also keine Mails mehr schreiben: Klar, dass ich sie da besuchen musste. Glücklicherweise konnte Maya nach einiger Zeit den Tropf abnehmen, so dass wir doch noch eine gemeinsame Stunde im Krankenhausgarten verbringen konnten, ohne dass Schwestern rein- und rausflitzten und man rote Ohren ob der Wehklagen der übrigen Patientinnen bekam. Ein Jahr später bin ich nun verheiratet und das auch noch mit einer so tollen Frau wie Maya. Dass es bei Parship so schnell gehen kann, hätte ich nicht gedacht. Natürlich lernt man beim Online-Dating nicht nur eine Frau kennen, aber bei keiner anderen war schon von Anfang an so viel Vertrautheit gerade zwischen den Zeilen da. Schon vor dem ersten Treffen wusste ich, das kann die Frau für mein Leben sein. Bei den anderen Parship-Bekanntschaften war es eher gerade andersrum, und die jeweiligen Dates konnten nach einer eher mäßigen E-Mail-Kommunikation auch nichts mehr rumreißen. Maya war da ganz anders, so viel Feuer, so viel Kraft und Lebensfreude begegnet man selten. Ich freue mich wahnsinnig, dass es mit uns beiden geklappt hat. Dafür ein herzliches Dankeschön auch an das Parship-Team! Insgesamt ist die Seite professionell und durchdacht aufgemacht, das Parship-Prinzip gut ausgeklügelt, so dass man nicht durch seine eigenen Vorstellungen von sich selbst das Testergebnis verfälscht. Technische Aspekte bleiben im Hintergrund, das Eigentliche im Blick. Ich bin sehr froh, den Dienst genutzt zu haben, und empfehle ihn immer gern weiter." Ulrich (38), Mathematiker Zur Hochzeit von Maya und Ulrich am 6. Juli 2005 gratuliert das gesamte PARSHIP-Team sehr herzlich! Weitere Beiträge zum Thema |
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