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Rosenstrauß

Erfolgsgeschichte

Josephin (54) und Heinz (55)

Josefin (54, Deutschlehrerin) aus Dortmund traf mit PARSHIP.de Heinz (55, Schauspieler) aus Hagen. Josefin hat uns ihre außergewöhnliche Kennlerngeschichte geschrieben (Namen geändert):

"Ich hatte gerade eine Erfahrung hinter mir, die ich niemandem wünschte: Mein Mann hatte mich im Sommer 2010 nach 27 Jahren Ehe verlassen – wegen einer anderen. Es war grausig, lähmend und löste eine richtige Selbstbewusstseinskrise aus. Im September dann schwor ich mir dann, dass ich nicht alleine bleiben würde.


Zeitgleich berichteten mir zwei Menschen aus meinem Bekanntenkreis, dass sie über Parship ihren neuen Lebenspartner gefunden hatten und sehr glücklich waren. Aktuell konnte ich mir zwar noch niemand Neues an meiner Seite vorstellen, aber ich meldete mich „prophylaktisch“ bei Parship an, gleich für ein Jahr, im sicheren Bewusstsein, dass es ohnehin mindestens Monate dauern würde, bis sich da jemand Passendes finden würde. Gespannt studierte ich die vielen Vorschlägen von Parship, nachdem ich den Persönlichkeitstest gemacht und meine Suchkriterien eingegeben hatte. Ich suchte sehr eingeschränkt, da ich keine Wochenendbeziehung führen wollte.


Dann entdeckte ich da jemanden, ganz in meiner Nähe, Schauspieler von Beruf, der sehr sympathisch und offen aus seinem Bild herauslächelte. Sein Gesichtsausdruck sprach mich sofort an. Ich schickte ihm ein Lächeln, so quasi als Versuchsballon, und erhielt kurze Zeit später eine Antwort, die mich seltsam optimistisch und leicht stimmte.
Es entspann sich ein reger, sehr individueller, informativer und vor allem unverstellter und offener Schriftverkehr zwischen uns. Wir schrieben uns so viele Mails hin und her, dass wir beide und unmerklich so vertraut miteinander wurden, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen.


Parallel dazu fragte ich mich, ob ich einem Schauspieler trauen könnte, und es wuchs auch die Angst, dass wir uns bei einem persönlichen Treffen plötzlich überhaupt nicht gefallen könnten. Trotzdem ließen wir es beide so weiter laufen, weil die Korrespondenz so unendlich gut tat, so übereinstimmend und inspirierend war.


Nach ca. zwei Wochen wechselten wir mit unseren Mails zu unseren privaten Mailservern, weil es schneller und spontaner funktionierte. Es vergingen noch einmal drei Wochen. Selbst einander zu necken, funktionierte hervorragend. Es entwickelten sich Neugierde, Anziehung, Aufregung, Kribbeln, Sehnsucht, Erotik, Die-Zeit-Vergessen, Zukunft, Alles-Teilen-Wollen und jeder Tag bedeutete mindestens eine oder zwei Mails von IHM, obwohl er mit zwei bevorstehenden Premieren so viel um die Ohren hatte, dass er oft nur nachts zum Schreiben kam.


Inzwischen füllten unsere Mails ausgedruckt einen ganzen Ordner. Wir schrieben beide gerne und konnten uns auf diese Art und Weise besonders gut in unserem Sein ausdrücken und uns über eigene Gedanken und Gefühle klar werden. Wir erzählten uns alles, vertrauten uns alles an und irgendwann war es dann soweit: Wir MUSSTEN uns endlich persönlich kennen lernen!


Scherzes halber machte Heinz den Vorschlag, dass ich doch seine Ensemblekarte für eine der Premieren nutzen könnte, um ihn das erste Mal zu sehen. Das war wirklich ein abstruser Vorschlag: jemanden Fremdes erleben, den man schon so gut zu kennen glaubt und ihn dann als ganz anderen Menschen auf einer Bühne beschauen zu können …. Ein aufregender und ganz und gar verrückter Gedanke. Aber so gefiel es mir inzwischen. Ich war zu allen Schandtaten bereit. Es war halt anders, als ich bisher gelebt hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes „außergewöhnlich“!


Der Premierenabend kam: Ich hatte mich besonders sorgfältig gekleidet und zurecht gemacht, denn ich wusste, dass er auf so etwas Wert legte. Alles andere hatte er organisiert. Auf meinen Namen war eine Karte an der Kasse hinterlegt, ich bekam ein Glas Sekt am Tresen überreicht und wurde zu einem Platz in der ersten Reihe begleitet. Mein Herz klopfte bis zum Zerspringen. Dann ging der Vorhang hoch. Es dauerte eine Weile, bis es zu seinem Auftritt kam. Hinterher erfuhr ich, dass er mich längst durch einen Vorhangschlitz entdeckt und beobachtet hatte und begeistert war von dem, was er sah. Als er dann auf der Bühne seine Rolle spielte, hatte ich Gefühle und eine Unordnung in meinem Kopf, die ich kaum beschreiben konnte. Er stand vor mir und sah mich doch nicht an! „So ging das doch nicht!“ Und wer war dieser Pater aus Afrika da eigentlich?


Hinterher musste ich natürlich zur Premierenfeier bleiben, wurde seinen Kollegen vorgestellt, die ich sogar teilweise vom Sehen kannte und war an seiner Seite, als wäre es immer schon so gewesen. Nach der Feier saßen wir in einer Kneipe, bis man uns rauswarf und machten dann noch einen Spaziergang am Fluss, bis die Morgenkühle uns in wärmere Gefilde jagte. Wir redeten ohne Punkt und Komma, als hätten wir uns nicht schon längst alles geschrieben. Und wir nahmen uns das erste Mal in die Arme und küssten uns, und auch das passte. Wir erlebten schöne Wochen miteinander, in denen wir uns so oft es ging sahen.


Und dann passierte es. Es wäre auch zu schön gewesen. Meine Vergangenheit holte mich ein. Heftige Dinge kamen an die Oberfläche, überforderten mich fast. Heinz merkte, dass ich von all dem, was mir an Verletzung widerfahren war, in meiner Seele noch nicht heil war. Er selbst hatte diese Erfahrung auch gemacht, nur war es bei ihm schon sieben Jahre her, in denen er gelernt hatte, mit sich selber auszukommen und sich auf seine Kunst zu konzentrieren. Er wusste was es bedeutete, mit sich im Reinen zu sein. Das meinte er bei mir noch nicht zu spüren. Er hatte nicht ganz unrecht damit, aber ich mochte es mir nicht eingestehen. Er verordnete mir Zeit. Zeit, mich selber alleine kennen zu lernen, mich in meinem neuen Leben zurecht zu finden, Trennungsdinge zu regeln und mich an vieles zu gewöhnen, abgesehen von meiner neuen Wohnumgebung.


Ich wusste nicht, wie mir geschah. Konnte das denn jetzt nicht einfach so weiter gehen? Hatte er das alles nur wie eine Theaterrolle gespielt? Hatte er das alles gar nicht ernst gemeint? Hatte er in der Zwischenzeit über Parship neue Frauen kennen gelernt, die ihm besser gefielen, die nicht frisch verletzt und traurig waren, sondern längst selbstbewusst im Leben ihre Frau standen? Ich war völlig durcheinander und begriff gar nichts mehr.

Ja, so kam es, dass er zwar immer mal wieder mit aufs Drahtseil kam, mir aber kein Netz mehr bot, falls ich runterfallen würde. Dieser Zustand sollte ein paar Monate andauern, in denen ich teilweise verzweifelte und meinte, möglicherweise doch an den Falschen geraten zu sein. Derweil regelte ich, was es zu regeln gab und dachte irgendwann schon, dass ich diese neue „Beziehung“ vergessen könne. Eine Zeit lang hörte ich gar nichts mehr von ihm. Und plötzlich wurde mir bewusst, wie sehr er schon Teil meiner Gedanken geworden war, dass meine Trauer und Verletztheit längst unmerklich einem anderen Gefühl gewichen war, nämlich einer Sehnsucht nach Heinz und dem Wunsch, endlich wieder zu jemandem – zu Heinz – zu gehören.


Dann bekam ich eine schreckliche Erkältung, mit allem was dazu gehört. Ich weiß nicht, wie Heinz davon erfuhr, aber am nächsten Tag klingelte es an meiner Tür. Da stand er mit einem Topf voll selbst gemachter Hühnersuppe, Hustentee, Vitamintabletten, etwas zum Lesen, roten Rosen, einer Flasche meines Lieblingsweines und: Einem Heiratsantrag!
Inzwischen suchen wir ein Haus oder eine Wohnung, wollen zusammen unser Nest bauen, uns lieben und in den Dingen, die uns wichtig sind unterstützen. Aber vor allem: Immer über alles reden!"
 

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